Der „Landespsychiatrieplan NRW 2025“ wurde laut Veröffentlichung im April 2026 vorgelegt. Er ist kein Gesetz, gibt Ministerien, Kommunen, Kliniken, Diensten und Selbsthilfe aber eine wichtige Richtung vor.
Selbsthilfe wird ausdrücklich genannt
Der Plan beschreibt Selbsthilfe als Unterstützung für einen selbstbestimmteren Umgang mit Erkrankungen und psychosozialen Belastungen. Für 2024 nennt er in NRW 44 Selbsthilfe-Kontaktstellen und 9 Selbsthilfe-Büros.
Mehr Mitsprache ist geplant
Menschen mit eigener Erfahrung sollen nicht erst am Ende gefragt werden, sondern bei Planung, Entscheidungen und Angeboten mitwirken. Das NRW-Gesundheitsministerium kündigt einen strukturierten Austausch mit Selbsthilfe-Verbänden an. Auch Fachkräfte sollen häufiger auf Selbsthilfe hinweisen.
Was Forschung zu Peer-Support sagt
Eine 2026 veröffentlichte Übersicht betrachtete 29 Studien mit insgesamt 5.825 Teilnehmenden. Digitale Peer-Unterstützung war dort mit kleinen bis mittleren Verbesserungen unter anderem bei Depression und Angst verbunden. Eine Übersicht von 2024 zeichnet ein gemischtes Gesamtbild. Entscheidend bleiben klare Aufgaben, Schulung, Begleitung und ein sicherer Rahmen.
Fünf praktische Schritte für Gruppen
- Das eigene Angebot in fünf verständlichen Sätzen beschreiben.
- Eine verlässliche Ansprechperson benennen.
- Den Eintrag bei der örtlichen Kontaktstelle prüfen.
- Praxen, Beratungsstellen und Kliniken um Hinweise auf die Gruppe bitten.
- Fehlende Räume, Moderation oder digitale Unterstützung dokumentieren.
Unsere Einordnung
Der Plan ist eine Chance. Entscheidend ist, was vor Ort daraus wird. Beteiligung braucht Zeit, verständliche Informationen und verlässliche Ansprechpartner. Gruppen sollten nicht nur eingeladen werden – ihre Erfahrungen müssen in Entscheidungen erkennbar berücksichtigt werden.
